Mein Besuch war leider nur von 4-tägiger Dauer, sodass ich mir vorgenommen hatte in dieser kurzen Zeit möglichst viel zu sehen und zu erleben.

Es begann in Frankfurt. Bevor ich in den Flieger stieg fotografierte ich ihn, als das Catering verstaut wurde, schließlich wollen ja alle Passagiere während des etwa siebenstündigen  Fluges mit Essen und Trinken versorgt werden....

Mein erster Reisebericht über ERITREA

ERITREA, Republik in Afrika, wird im Osten begrenzt durch das Rote Meer, im Südosten durch Djibouti, im Südwesten durch Athiopien und im Norden und Nordwesten durch den Sudan. Die Hauptstadt ist Asmara.

Nach der Bildung eines athiopischen Staates im Jahre 1962, dem Eritrea als Provinz eingegliedert wurde, kam es zu einem langen Bürgerkrieg, der 1993 zur Unabhängigkeit führte.

Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 2002  4,47 Mil.

Die Amtssprachen sind Arabisch und Tigrinja. Etwa 50 % der Menschen sind Christen, die andere Hälfte Muslime. Mehrere Veränderungen traten ein, bis dann  endlich im Jahre 2000 ein Friedensvertrag mit Athiopien unterzeichnet wurde. Auf Veranlassung der Vereinigten Nationen wurde im April 2001 eine an Athiopien grenzende, aber vollständig auf dem Territorium Eritreas gelegene Sicherheitszone eingerichtet. Ziel ist die Rückkehr der aus diesem Gebiet vertriebenen Zivilbevölkerung.

Das war in Kurzfassung etwas über den Staat.

Es war bereits dunkel als wir in Asmara landeten. Ein Bus brachte uns ins Continental Hotel, indem wir einquartiert waren. Am nächsten Morgen wachte ich frisch und munter auf. Nach dem exzellenten Frühstück  inspizierte ich erstmal die gesamte Hotelanlage. Im Keller, indem sich die verschiedensten Sporträume befanden war außerdem auch eine riesige Wäscherei untergebracht. Dann fuhr ich mit dem Fahrstuhl bis in die 6. Etage. Von hier hatte man einen herrlichen Blick auf die Stadt. In der Außenanlage gab es außer einem Pool mit vielen Liegen  eine große Schwimmhalle, viele Möglichkeiten sich vor dem Restaurant mit Speisen und Getränken bedienen zu lassen.

Das Bild zeigt das Hotel von außen. Alles verschlossen.  Man kann nur durch einen bewachten Eingang auf den Parkplatz ins Innere kommen.

Asmara und die nähere Umgebung  wollte uns unser Reiseführer "Awed" zeigen. Mit mehreren interessierten Personen starteten wir um 13.00 Uhr zu einer Halbtagesfahrt mit einem Landrover.

ASMARA gilt als eine der schönsten Städte Afrikas und wurde von den Italienern  zur Kolonialzeit das „Zweite  Rom „ genannt. Es war vorher nur eine Ansammlung mehrerer kleiner Ansiedlungen  am Steilabfall der Hochebene zum Roten Meer.

Sie liegt auf dem Plateau auf einer Höhe von 2374 m  und verfügt über ein angenehmes tropisches Klima, dass bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 17° dem Mittelmeerklima ähnlich ist. Am wärmsten ist es im April und Mai mit Temperaturen von 25° , Niederschläge fallen vor allem im Juni und Juli.

Durch die Stadt...

Vom Bus aus sahen wir die verschiedensten Gebäude : den Präsidentenpalast, den Königspalast, wo heute das archäologische Museum untergebracht ist. Der Kaiserpalast wurde im neoklassizistischem Stil gebaut und diente mehreren  Kolonialherren als Residenz. Auf einem Hügel , im Westen der Stadt, liegt die Festung „Forte Baldissera“. Die Ruinen sind nicht sehr beeindruckend, aber man hat von hier einen wunderbaren Rundblick  über die Stadt.

Außer diesen großartigen Bauten, verfügt die Stadt über 12 christliche Gotteshäuser und 10 Moscheen.

Am Markt...

Getöpfertes und Geflochtenes in allen Varianten, Berge von frischen Früchten , Säcke mit den verschiedensten Gewürzen und erlebten wir auf dem Hauptmarkt. Wie das hier duftete, herrlich. Ein einmaliges Schauspiel.

 

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In die Berge...

Absolutes Zentrum des Stadtlebens ist natürlich die Lyberty-Avenue. Von Palmen gesäumt findet man hier kleine schnuckelige Cafés. In einem davon fanden wir noch Platz . „Bitte 6 Cappucino , 2 Kaffee und für alle ein Stück Kuchen, so lautete die Bestellung die unser Reiseleiter Awid  aufgab. Lecker und lustig war`s allemal.  

Nach dieser kleinen Stärkung gings weiter in Richtung Gebirge. Ein weiter und holpriger Weg derdie Insassen gründlich durcheinander schüttelte. Bald hieß es aussteigen, ein kleines Stück zu Fuß und vor uns lag eine wundervolle Aussicht.

bitte anklicken um zu vergrößern...

Von hier aus ging es dann zu Fuß bis zu der kleinen Siedlung (vielleicht 4 schlichte kleine Häuschen)

Die Kinder kamen uns entgegengelaufen, , wir hatten  für sie  einen großen Sack mit Kleidung mitgebracht. Die Mütter kamen hinzu und dankten  für die Geschenke. Leider war die Zeit zu knapp um der Einladung an einer Kaffeezeremonie teilzunehmen . Wir hatten noch mehr vor.

Inzwischen war ein Gewitter aufgezogen, es blitzte, donnerte,der Himmel war schwarz und wir erreichten das Auto völlig durchnässt

Das Tüpfelchen auf dem "i" sollte eine Überraschung werden. Nach einer ½  stündigen Fahrt erreichten wir eine Plantage. Es war die von Awids Großvater. Ein stattlicher Herr von 86 Jahren hieß uns Willkommen. Er sagte es in seiner Landessprache und Awid übersetzte. Er führte uns durch das große Areal und wies hier und da auf Wichtiges hin.

Anschließend wurde auch das Haus zur Besichtigung freigegeben und bei süßem Tee erzählte Awid  lustige und auch dramatische Geschichten über das Leben hier auf dem Hof.

 

 

Die Frau rechts ist die Ehefrau (34) des Großvaters

Dank den netten Menschen für ihre Gastfreundschaft. Wir verabredeten uns auf der Heimfahrt den Abend gemeinsam zu verbringen. Awed bestellte einen Tisch im " Gran Nil " ein gut besuchtes nettes Lokal

Die beiden Hauptnahrungsmittel Eritreas sind kitche + injera.
Kitche
ist ein aus Weizenmehl hergestelltes ungesäuertes Fladenbrot, injera ein schwammiger Pfannkuchen von grauer Farbe. Er wird meistens aus Toff, einer lokalen Getreidesorte hergestellt. Die Toff-Körner lässt man zuerst
Etwas quellen und dann wird ein wässeriger Teig  zubereitet. Man lasst ihn einige Tage stehen, damit er fermentieren kann. Er wird dann zu flachen Pfannkuchen verarbeitet und gebacken. Man isst dazu jede Art von gedünsteten Speisen.
Mehrere Personen , die zusammen speisen, bekommen ihr Mahl in einer gemeinsamen Schüssel serviert.
Man reißt sich dann ein Stück injera ab und verwendet es als Gabel, Löffel und Speisenbeilage gleichzeitig.
Naja, die Zeremonie trifft ja zu, aber schmecken ??
So etwas in dieser Art hatten wir bestellt .Meine Nachbarin hielt nicht viel von der eritreanischen Küche und bestellte sich Pizza. Wir hatten eine zweier Platte bestellt und sie war auch nicht von schlechten Eltern. Ich probierte und mir kamen die Tränen. Gleich fiel mir unser Besuch in Bangkog ein, bei dem es ein genau so scharfes Essen gab. Na, alles in allem war es doch ein lustiger Abend , den ich so schnell nicht vergessen werde.

mal probieren, ob das auch schmeckt?!

Ans Rote Meer....

stand für Freitag ein Ausflug nach Massawa auf dem Programm.

Da sich  für diesen anstrengenden Ausflug nur 4 Personen interessiert hatten , war es gemütlicher im Bus als am Tag vorher.
Massawa, 105 km von Asmara entfernt, ist eine der größten Städte Eritreas. Sie ist auf einem fossilen  Korallenriff erbaut und besteht heute aus drei Teilen, den beiden Inseln Batsa + Twalet , und dem Festland. Die Inseln sind untereinander durch einen Damm verbunden und ein weiterer verbindet sie  mit dem Festland. Die Zahl der Einwohner betrug Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 1500. Es wurden erhebliche Handelsmengen umgesetzt. Nach einer Aufstellung  betrug die jährliche Menge an Exportgütern :
          2000 Sklaven beiderlei Geschlechts
            150 Hörner und Moschus
            300 Elefantenzähne
            400 Zentner Wachs
      je  2000    „         Butter, Honig, Weizen und andere Cerealien
Außerdem  Kaffee, Gold, gegerbtes Leder und rohe Häute.
Massawa war also zu dieser Zeit ein wichtiger Umschlagplatz.
Im Jahre 1869 als der Suezkanal eröffnet wurde ging die Rotmeer-Schifffahrt sprunghaft nach oben. An Bedeutung und Umfang nahm sie zu und wurde ein wichtiges Glied von Seehäfen.
Nach vielen Erneuerungen wurde die Stadt 1921 wieder durch Erdbeben weitgehend zerstört, aber im Laufe der von 8 Jahren allerdings dann wieder zum größten Hafen der ostafrikanischen Küste. Es gab erneut Streit mit Äthiopien , der über Jahre anhielt. In den Kämpfen um die Stadt im Februar 1990 blieb kein Gebäude heil und wieder wurde aufgebaut. Im April 1993 bei einem Orkan wurden über 2000  Gebäude beschädigt. Man muß unterrichtet sein um sich ein Bild von der Stadt, die wirklich nur aus Trümmern besteht , zu machen. Da der Stadt auch das nötige Geld fehlt, werden sie noch lange in diesem Zustand leben müssen.
Es ist traurig.

   Der letzte Tag....

war angebrochen . Geplant war : schwimmen im Pool und anschließend, weil das Wetter so schön war, gingen wir (Peter und ich) zu Fuß in  die Stadt. (1 Std. Weg) Wissbegierig wie wir nun mal sind, beabsichtigten wir noch Vieles in uns aufzunehmen. Das gelang auch wie man an den beigefügten Bildern sehen kann.

bitte anklicken zur Vergrößerung

Am späten Nachmittag kamen wir mit dem Taxi zurück, aßen im Hotel noch Pizza , packten die Koffer und ruhten uns anschließend noch bis das Telefon klingelte (1 Std. vor Abfahrt) aus.

In der Empfangshalle wurde zum Abschied noch etwas zu trinken und knabbern vom Hotel bereit gestellt.

Awid kam um uns Lebewohl zu sagen und schenkte mir zur Erinnerung diesen hübschen Wandteppich.

Habe mich sehr darüber gefreut. Danke!

Der Rückflug verlief gut, so daß wir pünktlich um 6.30 Uhr in Frankfurt landeten.

Obwohl es nur wenige Tage waren, so reichen sie doch aus um mir ein Bild über dieses, mir bis dato unbekannte Land zu machen.
Ich bin glücklich es erlebt zu haben.

Ich danke Peter, der mir diese Reise ermöglicht hat.